"Schwyzer Sängerblatt" der Jahre 2000 bis 2007

(wird nicht mehr weitergeführt, da die neue Homepage aufgeschaltet ist)

 

 

 

 

 

Festschrift zum Jubiläum 150 Jahre SCHWYZER KANTONAL-SÄNGERVERBAND vom 15. Mai 2000 in Biberbrugg und Einsiedeln.

Freie Schwyzer Chorszene trifft sich in Einsiedeln

"Freie" Chöre aus verschiedenen Teilen des Kantons stellten sich vor

und gaben ihre Erfolgsgeheimnisse preis

Am vergangenen Montag trafen sich auf Einladung des Schwyzer Kantonalen Chorverbandes erstmals Vertreter der Freien Chorszene zu einem Gedankenaustausch. Ziel war es, persönliche Kontakte zu knüpfen und die Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit zu ergründen.

 

von Stefan Meyer, Kantonaldirektor SKCV 

 

Der Kanton Schwyz verfügt über eine vielfältige Chorlandschaft. Jodelchöre und Kirchenchöre sind in eigenen Verbänden organisiert. Für die übrigen Gesangsvereine bietet sich der Schwyzer Kantonale Chorverband (SKCV) an, der zur Zeit die Interessen von 15 Gesangsvereinen (Erwachsenen- und Jugendchöre) vertritt. Daneben existieren im Kanton Schwyz aber mehr als ein Dutzend „freie“ Chöre, die keinem Verband und keiner Musikschule angeschlossen sind. Diese Chöre zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich mehr oder weniger auf eine Stilrichtung spezialisiert haben oder Sängerinnen und Sänger einer bestimmten Altersgruppe ansprechen. Ansonsten ist die Vielfalt bei dieser Gruppe sehr gross.

 

Um die Verantwortlichen untereinander und mit dem Kantonalverband bekannt zu machen, lud der SKCV zwölf Vertreter der freien Schwyzer Chorszene an einen runden Tisch ein. Zahlreiche Chöre meldeten ihr Interesse an einer Zusammenarbeit an. Vier ganz unterschiedliche Chöre schickten schliesslich eine Vertretung nach Einsiedeln. Es waren dies der Seniorenchor Innerschwyz aus Brunnen, der Marroni Chor aus Muotathal, der Chor Sweet n´Sour aus Freienbach, sowie der Kammerchor Gaudeamus aus Einsiedeln.

 

Spannende und auch amüsante Informationen wurden in der Vorstellungsrunde ausgetauscht. Hier einige Beispiele: Der Marroni Chor ist gar kein Tessiner Chor, sondern ein poppiger Gospelchor, der auch noch jodeln kann. Der grosse Innerschwyzer Seniorenchor führt seinen Erfolg hauptsächlich darauf zurück, dass am Vormittag geprobt wird. Keine Nachwuchsprobleme kennt Sweet n´Sour. Für interessierte Sängerinnen existiert gar eine Warteliste. Bemerkenswert: Dirigent Ueli Wolf entwickelt den ursprünglichen Gospelchor stilistisch immer weiter. Auch der anspruchsvolle klassische Kammerchor Gaudeamus, der nur einmal pro Monat probt, hat zahlenmässig die obere Grenze erreicht, um noch als Kammerchor zu gelten. Zustände, von denen manche traditionellen Vereine nur träumen können.

 

Der Kantonaldirektor zeigte sich überzeugt, dass nicht nur die alten von den neuen Chören lernen können (so sie denn wollen), sondern auch umgekehrt, und er stellte in einem kurzen Abriss die Leistungen vor, mit denen der Kantonalverband das Chorwesen unterstützt: Diskussionsplattform; qualifizierte Unterstützung bei internen Problemen; regelmässige Weiterbildung, Werbung für das Chorsingen mittels kantonaler Gesangfeste und die Vertretung der Mitglieder in der Schweizerischen Chorvereinigung und bei der SUISA.

 

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die begonnene Zusammenarbeit weitergeführt werden soll, allerdings abgestuft auf die Bedürfnisse der „freien“ Chöre. Die Palette reicht vom Austausch von Adressen, über die Einladung zu den Thementagen des SKCV bis zu gemeinsamen Chorprojekten. Ein erster Schritt ist getan – viele weitere sollen folgen.